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Hallo Reader
51% der Schweizer Arbeitnehmenden arbeitet mindestens gelegentlich mobil. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als noch vor 2 Jahren und 3 Prozentpunkte mehr als während der Pandemie 2020.
Bereits zum fünften Mal seit 2014 hat das Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung IfK der Fachhochschule Nordwestschweiz eine repräsentative Studie mit rund 2'000 Erwerbstätigen durchgeführt.
In diesen Tagen ist die neuste Trendstudie publiziert worden. Du kannst die Studie hier runterladen, aber natürlich erhältst du hier und jetzt die wichtigsten Erkenntnisse auf dem Silbertablett serviert - inklusive meiner persönlichen Einschätzung:
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Interessant finde ich zum Beispiel, dass es nach wie vor einen Unterschied von fast 10 Prozentpunkten zwischen den Geschlechtern gibt. Der Grund dafür liegt darin, dass Frauen öfters in Berufen arbeiten, wo mobiles Arbeiten nicht möglich ist, wie z.B. Gesundheitswesen, Hotellerie/Gastronomie und Verkauf. Auch arbeiten sie öfters Teilzeit und müssen/wollen die begrenzte Zeit vor Ort sein.
Unterschiede gibt es auch beim Alter, wobei die jüngsten Personen (15-24 Jahre) am wenigsten mobil arbeiten, nämlich nur 23%. Auch dies hat ziemlich sicher damit zu tun, dass jüngere Arbeitnehmende noch häufiger in Frontline-Jobs arbeiten. Aufgrund ihrer mangelnden Erfahrung gewährt man ihnen wahrscheinlich auch weniger die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten.
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Die Frage ist natürlich auch, was «mobil Arbeiten» eigentlich bedeutet. 35% der befragten Personen gaben an, dass sie des Öfteren (mehrmals pro Monat) oder sehr häufig (mehrmals pro Woche) nicht am Standort des Arbeitgebers arbeiten. Vor 10 Jahren war es noch 22%. Vor allem die Zahl derer, die sehr häufig mobil arbeiten, hat sich fast verdoppelt. Und immerhin nur noch 1% hat geantwortet, dass die Technik fehle.
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Da ja gerade ein paar (wenige!) Unternehmen ihre «Return to Office» Policies ausgerufen haben, interessiert es mich natürlich, wie wichtig das mobile Arbeiten denn den Mitarbeitenden überhaupt ist. Hier haben sich die Zahlen in den letzten Jahren stabilisiert. Immerhin für fast jede 6. Person ist dies ein Muss-Kriterium und nur noch für 24% ist dies nicht wichtig.
Wenn wir bedenken, dass 38% eh nicht mobil arbeiten können (siehe oben), dann ist mobiles Arbeiten faktisch für alle anderen in irgendeiner Art und Weise wichtig. Führungskräfte tun also gut daran, ihre Mitarbeitenden nicht gegen deren Willen ins Büro zurückzuholen.
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Dieses Jahr wurde die FlexWork Trendstudie zudem thematisch erweitert. Zum ersten Mal wurden auch New Work Praktiken und das psychologische Empowerment abgefragt. Psychologisches Empowerment beschreibt die individuelle Überzeugung, Einfluss auf das Arbeitsumfeld ausüben zu können und in der Lage zu sein, die Arbeit zu beeinflussen und bedeutsame Beiträge zu leisten.
Generell zeigt sich, dass Schweizer Erwerbstätige ein hohes Empowerment wahrnehmen. Bei älteren Personen und Führungskräften ist dies wenig überraschend stärker ausgeprägt. Zudem gibt es einen linearen Effekt zwischen Empowerment und der Grösse der Organisation: Je kleiner die Organisation, desto bedeutender und selbstbestimmter wird die eigene Arbeit wahrgenommen.
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Meine 3 Erkenntnisse
- Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Menschen mobil und damit flexibel arbeiten können. Dass es nun zum ersten Mal mehr als die Hälfte sind, ist beachtlich. Dies zeigt, dass auch in sogenannten Non-Desk Jobs öfters ein gewisser administrativer Teil der Arbeit ausserhalb des eigentlichen Arbeitsplatzes erledigt werden kann.
- Gerade weil sich Home Office so etabliert hat, überrascht es mich, dass dieses Thema immer noch so emotional und kontrovers diskutiert wird. Wie immer plädiere ich hier für einen gesunden Mix: Weder ist 100% Home Office sinnvoll noch braucht es 5 Tage pro Woche Präsenz für eine gute Kultur und effiziente Arbeit.
- Es freut mich, dass die Studienautoren das Thema nun breiter fassen und nicht nur auf mobiles Arbeiten fokussieren. Wichtiger als die Home Office Frage ist vielmehr, wie die Führungskräfte ein Umfeld schaffen können, wo die Mitarbeitenden ihr volles Potential entfalten und damit die bestmögliche Leistung zugunsten der Organisation entfalten können.
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Interview mit den Studienautoren
Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen und mit den beiden Studienautoren ein Live-Interview auf LinkedIn geführt. Wenn du noch mehr in die Studienresultate eintauchen willst, solltest du hier das Gespräch nachschauen:
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PS: Die FlexWork Trendstudie und über 90 weitere Future of Work Studien findest du übrigens in meiner laufend aktualisierten Liste von Studien und Artikeln zur Arbeitswelt der Zukunft. Ich kuratiere sämtliche Inhalte und nehme nur Studien auf, die einen echten Mehrwert bieten.
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Wann immer du bereit bist, hier sind drei Möglichkeiten, wie ich dich beim Thema Future of Work unterstützen kann:
Ich freue mich auf deine Nachricht!
Viele Grüsse, Patrick
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Dies ist mein persönlicher Newsletter zum Thema Future of Work. Patrick Mollet, Vorderbergstrasse 30, CH-6318 Walchwil
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